13. Dezember 2017

Traditionsschiffe nicht an die Kette legen

Zum Antrag „Maritimes Erbe bewahren – Traditionsschiffe nicht an die Kette legen“ erklären der tourismuspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster, und die verkehrspolitische Sprecherin, Mignon Schwenke: 

Foerster: „Alle Beteiligten, die sich für den Erhalt der Traditionsschiffe einsetzen, bekommen heute nochmals deutlichen Rückenwind für die morgige Gesprächsrunde in Berlin. Ich begrüße, dass sich SPD und CDU entschlossen haben, unseren Antrag aufzugreifen, um daraus eine gemeinsame Initiative zu machen. Damit macht der Landtag dem Bundesverkehrsministermit  unmissverständlich klar, dass ein Alleingang in dieser Frage absolut nicht im Interesse der norddeutschen Länder liegt. Es muss eine Regelung her, die das kulturelle Erbe des Landes, die organisatorischen und wirtschaftlichen Belange der Betreiber und die Sicherheit berücksichtigt. Es ist ein Dreiklang der Interessen, der berücksichtigt werden muss, und darf keine Solo-Arie des geschäftsführenden Ministers werden.“

Schwenke: „Traditionsschiffe sind im wahrsten Sinne des Wortes verankert an ihren Hafenstandorten – wie etwa im Museumshafen in Greifswald. Das ist Traditionspflege im besten Sinne, sie bewahren einen wichtigen Teil unseres kulturellen Erbes. Die Stadt könnte in keinem Falle leisten, was die ehrenamtlichen Crews zum Erhalt ihrer Schiffe tun. Traditionsschiffe sind außerdem auch Anziehungspunkt für Touristen. Nicht zuletzt werden Kindern und Jugendlichen oder Menschen mit Handycap zu kleinem Preis wunderbare Erlebnisse auf dem Wasser ermöglicht. Der Erhalt  unserer Traditionsschiffe darf auf keinen Fall durch bürokratische Spielerein gefährdet werden.“

Hintergrund: Sehr überraschend kündigte das Bundesverkehrsministerium das Inkrafttreten der neuen Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe zum 1. Januar 2018 an, obwohl weitere Verhandlungen vereinbart und notwendig waren. Die angekündigten Regelungen hätten schwere Folgen für die Traditionsschiffe und auch auf die Hanse Sail 2018 in Rostock. Viele Regelungen, die aus der Berufsschifffahrt bekannt sind, sind weder auf die Traditionsschiffe in baulicher Hinsicht umzusetzen, noch auf die oft ehrenamtliche Crew. Doch sollten vielen Regelungen 1 zu 1 übernommen werden. Aufgrund des massiven Widerstands wurden weitere Verhandlungsrunden zur neuen Sicherheitsverordnung angekündigt. Die nächste Runde findet am 14.12.2017 statt.

 

Quelle: http://www.die-linke-rostock.de/presse/detail/browse/5/artikel/traditionsschiffe-nicht-an-die-kette-legen/