10. Oktober 2017

CAMPUSTAG 2017

Neues Semester, neues Glück: im Oktober startete das Wintersemester 2017/2018 und wie immer fand mit dem Start des Wintersemesters auch der Campustag, eine der zentralen Veranstaltungen für uns als Jugendverband, statt. Tausende Erstsemester strömen an die Uni, haben ihre Einführungsveranstaltung und werden danach auf das Campusgelände geleitet, wo Sparkasse, Versicherungen, Gewerkschaften und gastronomische Betriebe bereits die Hände reibend darauf warten, die Fänge in diese hochmotivierten, jungen Menschen zu schlagen, für die gerade ein neuer, wichtiger Lebensabschnitt begonnen hat. Aber auch für uns als politische Hochschulgruppe ist dies eine einmalige Gelegenheit mit einer großen Zahl an jungen Menschen in Kontakt zu kommen. Die Situation war dieses Mal aber eine besondere. Der Wahlkampf hat uns alle beschäftigt, insofern war die Vorbereitung aufgrund gebundener Kräfte dieses Mal schwieriger als sonst. Wahlkampf, zumal für den Bundestag, bedeutet aber auch immer Politisierung und so war es aufgrund der noch frischen Wahl und dem damit einhergehenden Rechtsruckes einfacher Menschen an den eigenen Stand zu lokken. Hier kann ich aber stolz vermelden, dass wir die Hürden in der Vorbereitung vorbildlich gemeistert haben und trotz sehr schlechten Wetters einen großen Andrang am Stand zu befriedigen hatten und es auch konnten, während die Jugendgruppen von SPD und Grünen von weitem nur verschämt und neidisch ihre Blicke auf uns richten konnten. Wie jedes Jahr hatten wir eintausend „Ersti-Tüten“ gepackt, die neben einer Handvoll von Druckerzeugnissen mit politischen Inhalten auch den Happy-Hour-Stundenplan enthielten, der mittlerweile in der 4. Auflage gedruckt wurde und neben dem farblich hervorgehobenen Termin unserer Linksjugend-Treffen auch nützliche Informationen enthält wann und wo der oder die chronisch unter Geldmangel leidende Studierende kostengünstig alkoholische Mischgetränke zu sich nehmen kann. Für junge Menschen, die neu in einer großen Stadt ankommen, ist dieses Wissen elementar. Neben dem obligatorischen Kugelschreiber befanden sich auch noch eine Reihe anderer Give Aways in den Tüten, die entsprechend gerne angenommen wurden. Die tausend Tüten waren bereits zur Mittagszeit vergriffen, so dass wir ab diesem Zeitpunkt nur noch Popcorn, Zukkerwatte und Beutel verteilen konnten. Wie jedes Jahr waren wir bemüht den Studis ein Schmankerl anzubieten, dass uns von der Konkurrenz abhebt und Menschen zu uns lockt. Vor zwei Jahren waren es noch selbstironisch beklebte Bananen. Dieses Jahr war es die Möglichkeit Jutebeutel individuell zu gestalten. Ausgerüstet mit fünf verschiedenen Schablonen, die sich der Ikonographie des linken Spektrums bedienten, einem Dutzend Spraydosen in den Farben rot und schwarz und 600 Beuteln gingen wir ans Werk. Waren die Reaktionen am Anfang noch etwas verhalten, bildete sich recht schnell eine zu Hochzeiten 60 Meter lange Schlange. Für unsere Werktätigen am Beutelstand bedeutete das Arbeit im Akkord (für die ich mich an dieser Stelle ausdrücklich nochmals bedanken will), aber eben auch jede Menge Spaß. Da der ganze Prozess des Druckes ein bisschen dauert, ergab sich zudem immer wieder die Möglichkeit mit den in der Schlange stehenden etwas zu plaudern. Auch das ist nicht unwichtig. Letztlich haben wir etwa die Hälfte der Beutel an die Leute bekommen, da wir schlicht nicht schneller arbeiten konnten, aber haben festgestellt, dass sich das Format bewährt hat. Bei anderen Veranstaltungen wird es uns weiterhin gute Dienste leisten. Natürlich geht es aber nicht nur darum Dinge zu verschenken. Es geht um einen Mehrwert, darum, für sich und die Sache zu werben. Als jemand, der jetzt schon zum 4. Mal den Campustag betreut, kann ich den Trend feststellen, dass es den jungen Leute immer leichter fällt zu uns zu kommen. Die jungen Menschen sind offen, interessiert und sie fragen auch gar nicht mehr „was wir so machen“, weil sie es mittlerweile wissen. Die LINKE hat ein Standing bei dieser Gruppe. Das hat sich ja auch bei der letzten Wahl, auch für uns in Rostock, schon in Wählerstimmen manifestiert. Die jungen Menschen werden durchaus politischer, äußern Bedenken ob der Stärke der AfD und des generellen Rechtsruckes in der Gesellschaft, interessieren sich für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen und auch Fragen der Integration oder des Feminismus bzw. der Gleichstellung der Geschlechter haben Konjunktur. Allerdings, und auch das zieht sich so durch die letzten Jahre, ist das Konstrukt Partei für viele noch etwas befremdlich. Die innere Hürde, die viele überwinden müssen um einer Partei beizutreten, wird nicht viel kleiner, auch wenn viele in Initiativen, der Flüchtlingshilfe oder Vereinen aktiv sind. Aber auch wenn viele immer noch nicht bereit sind, diesen Schritt zur aktiven Mitgliedschaft zu gehen, hat sich die Haltung gegenüber der Linken in den letzten 4-5 Jahren schon deutlich geändert. Zum Besseren. Auch das ist wichtig. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass weiterhin vermehrt junge, gut gebildete Menschen den Weg zu uns finden werden. Veranstaltung wie der Campustag sind als erster Kontakt dabei ungemein wichtig. Wir machen uns daher jetzt schon Gedanken, wie wir auch nächstes Jahr wieder im Ringen um die Gunst der Erstis eine gute Figur machen können.

Quelle: http://www.die-linke-rostock.de/presse/detail/artikel/campustag-2017/